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Unter
dieser Überschrift habe ich noch ergänzende Infos
zusammengefasst.
1. Die Motoren - Eine
Einführung
2. Historisches
3. Aufstellen bzw. Anbau
des Motors
4. Starten und abstellen
5.
Motorstörungen
6. Konservierung der
Motoren
7.
Änderung der Drehrichtung
8.
Betrieb mit Petroleum oder Kerosin
9.
Ersatzteilversorgung
Oft
wird das Kürzel "Sachs-Stamo" oder "Stamo" gebraucht
und in ganz kurzer Schreibweise "ST". Die
Abkürzung ergibt sich aus dem Begriff
"Stationärmotor", wobei
bei der ganz kurzen Schreibweise nur die
beiden Anfangsbuchstaben verwendet werden. Lediglich die
Abkürzung
"SB" konnte ich bisher noch nicht herausfinden.
Der Hinweis auf der Startseite, dass die Vorkriegsmotoren mit "Stamo"
und die Nachkriegsmotoren mit "ST" abgekürzt werden, stimmt
historisch
nicht. Denn letztere Bezeichung kam erst ab den 70er Jahren auf. Es
dient
lediglich der besseren Unterscheidung der verschiedenen Modelle.
Ebenfalls nicht ganz korrekt ist typische Bezeichnung der SB Typen
als
"Rasenmähermotoren". Zwar wurden diese überwiegend
auf Rasenmähern, etwa der Marke "Sabo", eingebaut, dennoch
gibt es einige Modelle, die auf Hacken z.B. der Firmen Holder
(H100) oder Irus (Combi) sitzen.
Bei allen Motoren handelt es sich um 2-Takt Einzylinder Benziner.
Während die typischen Standmotoren in (überwiegend)
stehender und liegender Bauweise gefertigt
wurden, sind die SB-Motoren alle liegend konstruiert.
Deren optisches Merkmal ist die Plastikhaube mit integriertem Tank und
meist auch dem Starter. Allerdings gibt es auch einige
liegende ST
Modelle mit der gleichen Haube und manche sind technisch
fast identisch.
Die Stamos werden grob nach der Leistung/Art sortiert und einfach
durchgezählt (Stamo 1, Stamo 2, Stamo 3,
usw.). Allerdings
werden
diese gerne auch nur nach ihrem Hubraum benannt, etwa "Stamo 120 ccm".
Bei den ST- und SB-Motoren ist dagegen der, oft gerundete, Hubraum der
Namensgeber. Kurz aufeinander folgende Bezeichnungen, etwa beim ST 200
und ST 201, zeigen meißt die Weiterentwicklungen an.
Bei älteren Modellen ist das Baujahr auf den
Typenschildern nicht mit
angegeben. Dieses kann aber (grob) über die Motornummer
herausge- funden werden, da diese für alle Modelle fortlaufend
ist. Manchmal ist auch auf den angetriebenen Geräten ein
Baujahr eingestanzt.
Gleiches gilt auch für Motoren ab 1975, bei denen das
Bj.-Kästchen immer leer ist.
Zu den verschiedenen Ausführungen der ST-Motoren (teils auch
Stamo) gibt es
folgende Bezeichungen:
"R":
Rechtslauf, auf
Abtriebswelle gesehen
"L":
Linkslauf, auf Abtriebswelle
gesehen
"F":
Flanschmotor
ohne
Sockel und Getriebe, nur mit
Flansch
"S":
Standmotor mit
Sockel,
ohne Getriebe
"G": Standmotor mit
Sockel und Einfach-Getriebe
"GG": Standmotor mit Sockel und
Doppel-Getriebe
G X G: Standmotor in
Grasmäherausführung (Das "X" steht für den
Typ, z.B. Stamo G 100 G)
Bei den SB-Motoren gibt es die Ausführungen (nicht
für jedes Modell zutreffend):
"L": Leise
"A": Mit eingebautem Zweitantrieb
"B": Ohne Zweitantrieb
1895
wurde die "Schweinfurter Präcisions-Kugellagerwerke Fichtel
& Sachs", durch Karl Fichtel und Ernst
Sachs gegründet. Die ersten Produkte waren
Fahrradnaben, später wurden daraus die berühmte
Torpedo-Nabe entwickelt. Das Naben-Programm wurde nach und nach
erweitert, später kam noch u.a. Autoteile, wie
Stoßdämpfer und Kupplungen hinzu.
1930 verließ der erste 2-Takt Fahrradmotor das Werk, nur 1-2
Jahre später wurden nun auch
stationäre Varianten
mit 75 und 120 ccm, mit 1,25 und 2 PS Leistung entwickelt. In den
nächsten Jahren kamen noch stärkere Varianten mit
200, 250 und
300 ccm und 4 bis 6 PS auf den Markt, darunter
auch Spezialmotoren
für Gras-, Bindermäher und Hacken. Diese
anspruchslosen "Mädchen für alles" bewährten
sich für die verschiedensten Bereiche, etwa an
Mähmaschinen, Seilwinden, Pumpen, Stromaggregaten oder
Sägen. Dafür sorgte der einfache Aufbau und die
Auswahl an verschiedensten Zubehörteilen, wie Riemenscheibe,
Rutschkupplung und diverse Untersetzungsgetriebe.
Natürlich blieb es nicht bei den Typen 1 bis 16. Neben
Weiterentwicklungen wurde auch ganz neue Modelle entwickelt. So kam ca.Ende der 30er Jahre der 160 ccm
Motor mit 2,8-3,2 PS auf den Markt, der sich vor allem durch die
abnehmbare
(und etwas effektivere) Windleitkappe von den anderen Modellen unterschied. Bis zum
Ende des
2.
Weltkrieges 1945 wurden etwa zwischen 850.000-900.000 Motoren gebaut.
Nach dem Krieg produzierte F&S nur Stationärmotoren
(zuerst die 300 ccm Modelle),
für
die Fahrradmotoren, Naben, Kugellager und anderes Autozubehör
bestand Produktionsverbot, dass aber ein paar Jahre später
wieder
aufgehoben wurde. Da viele Anlagen zerstört waren, konnte auch
sowieso nicht alles sofort wieder produziert werden.
1950 wurde
der
ST 360 in überarbeiteter, alter Bauweise, entwickelt.
Das
besondere an dem Motor war, dass er mit Benzin und Diesel oder
Traktorentreibstoff mit einem Mischungsverhältnis von 1:1
betrieben werden konnte. Er fand vor allem in Einachsschleppern
Verwendung. Fast zeitgleich wurden auch komplett neue
Modelle entwickelt: Der ST 100, 160 und 200. Bei diesen
Modellen wurde das reine
Baukastenprinzip voll verwirklicht. So war es nun möglich,
etwa das
Zubehör (Getriebe, Riemenscheiben) und Starteinrichtungen
untereinander ohne viel Aufwand zu tauschen. Auch die Laufrichtung
konnte durch einfaches umstellen der Zündung geändert
werden.
Ca. 1955 kam der ST 50 mit 1,1-1,6 PS auf den Markt. Dieser
wurde
durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten zum
Verkaufsschlager. Ihm folgte
Anfang der 60er der
noch kleinere ST 30, der vor allem an Pumpen Verwendung fand. Besonders
in
den 60er Jahren wurde die Typenvielfalt stark
vergrößert und weiterentwickelt. In dieser Zeit
entstanden auch die SB-Motoren, die in namhafte
Rasenmähermarken wie Wolf und Sabo verwendung wurden. Hier
setzte sich vor allem der SB 130 und SB 151
durch.
1996/97 wurde die Motorenherstellung eingestellt. Bis dahin
verließen ca. 12 Millionen Motoren das Werk.
Bei der Fertigung wurde immer auf ausgezeichnete Qualität
gesetzt, auch
war der Kundendienst überall stark
vertreten. F&S gilt
daher auch als einer der größten Hersteller
für 2-Takt Motoren.
So waren
die Modelle ST 160, 200, 201, 280, 281 und 360 etwa
beim
Einachsschlepper sehr beliebt.
Folgende
Punkte sind zu beachten:
1. Die vom Lüfter angesaugte Kühlluft muss
ungehindert von den Kühlrippen abströmen
können, besonders wenn der Motor unter einer
Schutzhaube arbeitet. Jede Motorumkleidung muss
genügend Frischluft ein-
und Warmluft austreten lassen, da sonst keine ausreichende
Kühlung vorhanden und
die
Betriebssicherheit des Motors
gefährdet ist.
2. Der Motor darf im eingebautem Zustand eine vorübergehende
Schräglage von 15° (bei Drosselklappe 45°)
nicht überschreiten. Eine
stärkere
Schräglage wirkt sich ungünstig auf
den Kraftstoffverbrauch aus. Ferner besteht die Gefahr, dass das
Öl aus dem Drehzahlregler
ausläuft
3. Alle am Motor befindlichen Schmierstellen, das sind Getriebe,
Starter, Regler und Reglergestänge, müssen zur
Wartung ohne weiteres
zugänglich sein. Das
gleiche
gilt
für Vergaser und elektrische Anlage.
4. Um das innere und äußere Verschmutzen des Motors
zu unterbinden, muss die Luft, die vom Filter und vom Ventilator
angesaugt wird, aus
einer staubfreien Zone
entnommen werden.
Außerdem soll der Schmutz, der bei landwirtschaftlichen
Maschinen durch die Fahrzeugräder
auf den Motor geworfen wird,
durch geeignete Schutzbleche ferngehalten werden. Obwohl der Motor
gegenüber Witterungseinflüssen nicht
empfindlich ist,
sollte im Interesse eines guten Motorzustandes und Erhaltung
ständiger Betriebsbereitschaft eine Regenschutzhaube
vorhanden
sein.
5. Arbeitet der Motor in einem geschlossenem Raum, müssen die
Abgase durch ein Rohr von mindestens 1 1/2" lichter Weite und ohne
scharfe Krümmung ins
Freie geleitet werden.
6. Bei Motoren mit Hebelstarter oder Rollenstarter muss für
ausreichend Startweg Sorge getragen werden.
7. Der Motor muss fest angeflanscht sein, bzw. der Sockel auf einer
harten, festen Ebene stehen. Die Festigkeit des Geräterahmens
muss
so groß sein, dass Verwindungen
zwischen Motor und
angetriebenem Gerät vermieden werden; Motor- und Getriebewelle
müssen bei
unmittelbarer Kupplung tadellos zueinander
fluchten. Der Geräterahmen soll gegenüber dem
Fundament durch Gummipuffer abgestützt
sein.
Die Leistungsangabe ist auf einen Ansauglufttemperatur von +20
°C, eine relative Luftfeuchtigkeit von 60% und eine
Standorthöhe von ca. 300 m (über Meereshöhe)
bezogen. Jede Abweichung von den obengenannten
Größen beeinflusst die Motorleistung und
Vergasereinstellung. Wird daher der Motor in heißen oder
feuchten Klimaten, bzw. großen Höhenlagen
eingesetzt, kann nach folgender Faustregel die zu erwartende Leistung
bestimmt werden:
1. Für je 100 m über Bezugsstandort (300m) tritt eine
etwa 1,4%ige Leistungsminderung ein.
2. Für jeweils 10 °C höhere
Ansauglufttemperatur (als 20 °C) tritt Leistungsabfall um
jeweils 4% ein.
3. Bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit 90-100% und Lufttemperaturen von
40-50 °C fällt die Leistung bis um etwa 5%.
Beispiel: Motorleistung 4,5 PS, Standorthöhe am Betriebsort
1,200 m ü.M., Lufttemperatur +30 °C, relative
Luftfeuchtigkeit 100%. Leistungs- minderung beträgt infolge
1. abweichender Bezugshöhe 1.200 m - 300 m = 900 m
9 x 1,4% = 12,6%
2. abweichender Lufttemperatur 30° - 20° = 10
°C
1 x 4% =
4%
3. höherer Luftfeuchte
(geschätzt)
2%
Die Summe der Leistungsminderung beträgt insgesamt 18,6%. Das
entspricht einer Leistungsminderung von 4,5 PS auf 3,7 PS beim Stamo
200.
Das
Starten an sich ist meist gleich auch wenn es verschiedene
Vergaser-Ausführungen gibt. Hier versuche ich es
so Allgemein und gut wie möglich zu beschreiben. Zu den
SB-Motoren findet ihr weiter unten eine
kurze
allg. Zusammenfassung.
Überprüfen:
- Luftfiltereinsatz auf Staubniederschlag, bei Ölbadfilter auf
verschlammtes Öl und
richtigen Ölstand
- Ölfüllung im Feinreglergehäuse;
Gestänge ölen
- Bei Geräten mit ausrückbarer Kupplung, Kupplung
lösen
- Tanken. Die jeweilige Mischung ist in der Motortabelle angegeben.
Allgemein gilt 1:25. Raucht der Motor stark, auf 1:50 reduzieren.
Markenkraftstoff (91/95/98 Okt.) und Öl
der
Viskosität SAE 40 oder 50, bzw. Motorradöl verwenden
- Benzinhahn öffnen!
Vergaser:
Die häufigsten Versionen:
 |
 |
 |
|
Kolbenschieber-Seitenschwimmer:
a)
Tupfer; b) Gashebel; c) Startblende
|
Kolbenschieber:
a)
Tupfer; b) Gaszug; c) Startknopf
|
Drosselklappe:
a)
Tupfer; b) Gashebel; c) Starterhebel
|
Starterhebel 1/2 - 1/4 öffnen, bei Membranv. fast Vollgas.
Starterklappe (wenn vorhanden)
schließen. Tupfer 3-5 Sekunden
ruhig nieder- drücken, beim
Seitenschwimmer/Kolbenschieber/normalen Drosselklappenvergaser warten
bis Kraftstoff
ausläuft.
Tipp: Der Tupfer dient lediglich der
Flutung
der Schwimmerkammer, er ist keine Pumpe. Mehrmaliges,
schnelles Tupfen hintereinander bringt daher kaum etwas. Der
Starterhebel/blende (auch Choke genannt) darf nur bei kaltem Motor
betätigt werden.
Starter:
Starterhebel: Langsam entgegen dem Drehrichtungspfeil
(nur bei ST) niederdrücken, bis Wiederstand zu
spüren ist, dann
durchreißen
Rollenstarter: Anwerfgurt in Drehrichtung wickeln und anziehen
Reversierstarter: Seil bis spürbaren Wiederstand herausziehen,
zurückführen, dann zügig herausziehen und
wieder ruhig zurückführen
(Bei
eingebautem Dekompressor ist kein/kaum Wiederstand zu spüren,
hier kann direkt angezogen werden)
Ist der Motor angesprungen, wird, sobald er auf kurzes Gasgeben (bei
Startknopf Vollgas, um ihn zu öffnen)
störungsfrei reagiert, die Starter- klappe langsam
geöffnet,
bei Membranvergaser sofort.
Motor nicht gleich hochdrehen bzw. stark belasten. Bei Motoren mit
Regler muss der Gashebel ganz
geöffnet sein, damit dieser
einwandfrei funktioniert.
Bei warmem Motor entfällt das Tupfen und
schließen
der Starterklappe. Lediglich wenn der Tank leergefahren wurde, darf
etwas getupft werden. Nur bei Membranvergaser sollte kurz getupft
werden und die Starterklappe wird nur bei heißem Motor
nicht geschlossen.
Springt der Motor nicht an oder wurde zuviel getupft, Benzinhahn
schließen, Gashebel auf Vollgas stellen. Ablasshahn
am Kurbelgehäuse
öffnen, wenn vorhanden. Den Motor einige Male durchdrehen, ggf.
mit rausgeschraubter Zündkerze. Diese
trocknen/säubern. Danach erneut starten.
Springt er dennoch nicht an, kann dies meist an
einer
verstopften
Hauptdüse liegen.
Abstellen:
Benzinhahn schließen, Gashebel auf Standgas stellen,
Kurzschlussknopf so lange gedrückt halten, bis der Motor
stillsteht.
Ist dieser nicht vorhanden,
Dekompressor öffnen, falls er nicht über den Gashebel
abzustellen ist. Bei Membranvergaser leerlaufen lassen.
Tipp: Um die Schwimmernadel und -sitz vor
Verschleiß zu schützen, sollte der Vergaser,
besonders bei längerem Stillstand, etwa zur Hälfte
oder gleich ganz leergefahren
werden. Das entlastet die Schwimmernadel, da sie dann nicht mehr in
ihren Sitz gedrückt wird.
SB-Motoren:
Da sich der Vergaser mehr im
Gehäuse befindet, ist die Beschreibung zum Starten
und der
Betrieb oft am Luftfilter oder dessen Umgebung angebracht. Einige haben
alle Stellungen (Leerlauf/Betrieb/Choke/Tupfer) als Rad, oder
Stellschraube
zusammengefasst.
Ansonsten gilt
in etwa:
Gashebel bei kaltem Motor auf "Kaltstart" oder max. Drehzahl (bei
leerem Vergaser 10-15 Sek. warten) stellen. Nach dem anspringen,
Gashebel auf "Betrieb" oder gewünschte Drehzahl stellen. Bei
warmem Motor direkt mit "Betrieb"
oder gew. Drehzahl starten.
Springt der Motor nicht an oder wurde zuviel getupft, Gashebel auf
"Stopp" oder niedrigster Leerlauf, und den Motor mehrmals durchdrehen,
ggf. mit herausgeschraubter Zündkerze. Diese
trocknen/säubern.
Danach erneut starten.
Zum abstellen, Gashebel auf "Stopp" oder niedrigster Leerlauf stellen.
Diese Stellung bis zur nächsten Inbetriebnahme beibehalten, da in dieser Stellung der Kraftstoffzufluss gesperrt und/oder
der Zündfunke auf Masse gelegt wird. Ist ein Kraftstoffhahn
vorhanden, gilt zusätzlich das gleiche wie bei den Stamo/ST
Motoren.
Hier
eine Übersicht zur Fehlerdiagnose und Behebung.
A.
Motor springt nicht an
a) kein Zündfunke vorhanden, weil
1. Zündkerze verölt,
nass,
überbrückt oder beschädigt
2. Zündkerze nass
(außerhalb)
3. Zündkabel lose oder gerissen
4. Unterbrecherknopf klemmt
5. Unterbrecherkontakt verölt,
nass oder verschmort
6. Zündspule beschädigt
7. Kondensator
beschädigt
8. Wasser in der Zündlanage
9. Zündfunke zu schwach (Funke
muss in freier Luft min. 4 mm lang sein)
b) keine Kraftstoffzuleitung, weil
1. kein Kraftstoff im Tank
2. Kraftstoffhahn verschlossen
3. Sieb im Kraftstofffilter verschmutzt
4. Kraftstoffleitung klemmt
5. Kraftstoffsieb im Vergaser verschmutzt
6. Düsen verstopft
c) kein Zündfähiges Gemisch vorhanden, weil
1. Gemisch durch zuviel Tupfen
überfettet
2. Wasser im Vergaser
3. Falschluft durch losen Vergaser
4. Hauptdüse locker
d) keine Kompression vorhanden, weil
1. Entlüfterhahn am
Kurbelgehäuse offen
2. Zylinderkopf lose
3. Kolbenringe gebrochen
4. Kolben und Zylinder zu stark
ausgelaufen
B. Motorleistung lässt nach
a) wegen Verschmutzung, weil
1. Luftfilter verschmutzt
2. Auspuffkanal mit Ölkohle
zugesetzt
3. Kraftstoffzuleitung verschmutzt
4. Kolben durch
Ölrückstände verklebt
b) wegen zu geringer Kompression
siehe unter "A. Motor springt nicht an",
Punkt "d"
c) wegen zuviel Spätzündung
C. Sonstige Motorstörungen
a) Motor arbeitet unregelmäßig weil
1. Zündkabel lose oder
beschädigt
2. Motor zu heiß wird; es
bilden sich im Vergaser Kraftstoff-Dampfblasen, die die Benzinzufuhr
stören
3. Unterbrecherkontakte verölt
oder verschmort
4. Zündkerze durch zu langsames
Fahren verglast
5. Zündspule beschädigt
b) Motor arbeitet im Viertakt und kommt nicht auf Drehzahlen, weil
1. Starterklappe geschlossen
2. Vergaser läuft über,
da Schwimmernadelsitz verunreinigt oder ausgeschlagen
3. Schwimmer undicht
4. Auspuffkanal und/oder
Überströmkanäle mit Ölkohle
zugesetzt
5. Düse lose
c) Motor klingelt bei Vollgaslaufen unter Last, weil
1. Motor zuviel
Frühzündung hat
2. im Verbrennungsraum eine zu
große Ölkohleschicht vorhanden
3. Motor zu heiß wird, da
Kühlrippen am Zylinder und Zylinderkopf stark verschmutzt sind
d) Motor knallt oder patscht in den Vergaser, weil
1. Motor zu wenig Kraftstoff
erhält
2. Zündkerze glüht,
weil falscher Wärmewert
3. Zündkerze
überbrückt, verschmutzt oder verglast
4. Motor falsche Luft erhält
5. Wasser im Vergaser
e) Motor wird zu heiß, Kolben klemmt, weil
1. Motor nicht vollständig
eingelaufen
2. Motor falsch entkohlt wurde
(Kolbenboden wurde blank geschmirgelt)
3. der Motor nicht genug Kraftstoff
erhält
4. Vergaser zu knapp eingestellt
f) Motor hat keinen Leerlauf, weil
1. Leerlauf-Einstellschraube verloren
oder verstellt
2. Zündspule beschädigt
3. Kolben durch
Ölruckstände verklebt
g) Motor hat zu hohen Kraftstoffverbrauch, weil
1. Tank, Kraftstoffleitung oder Vergaser
undicht
2. Kraftstoffstand im Vergaser zu hoch
3. Düse zu groß
4. Auspuffanlage beim Reinigen
verändert.
Werden
die Motoren über einen längeren Zeitraum nicht in
Betrieb genommen, sind sie bis zur weiteren Verwendung in einem
trockenen Raum abzustellen. Die empfindliche Zündanlage leidet
bei
hohen Luftfeuchtigkeiten, die Betriebssicherheit wird dadurch
gefährdet.
Vor der Einlagerung wird der Kraftstoff aus Leitung und Vergaser
abgelassen, Kunststofftanks leeren. Außerdem gibt man
Korrosionsschutzöl durch das
Zündkerzenloch ca. 3-5 ccm und 8-10 ccm durch den Vergaser.
Dabei den Motor mehrmals ohne Zündkerze
durchdrehen.
Um Kurbelwellen und Pleuellager zu schützen, lässt
man den warmen Motor, bevor er abgestellt wird, bei abgenommenem
Luftfilter einige ccm Korrosionsschutzöl durch den Vergaser
ansaugen.
Wird der Motor länger als 6 Monate gelagert, besteht die
Gefahr
einer Entmischung des Kraftstoff-Ölgemisches. Dieses muss
daher
unbe- dingt durch erneutes Umrühren wieder gemischt werden.
Quasi
bei jedem Motor kann man die Laufrichtung ändern. Die
folgende Beschreibung ist auf die ST-Modelle 50, 160, 200 und 280 mit
Starterhebel anwendbar:
Startvorrichtung, Ventilatorhaube und Magnetschwungrad abbauen. Die
Leitspirale (Kühlluft-Führung) in der
Ventilatorhaube entsprechend der Laufrichtung anbauen. Auf das
Magnetschwungrad gesehen wird diese bei Linkslauf links, bei Rechtslauf
rechts angebaut.
Starterdeckel entsprechend der Laufrichtung so anschrauben, dass der
Aufnahmebolzen des Starterhebels bei Rechtslauf des Magnet-
schwungrades
links und bei Linkslauf des Magnetschwungrades auf der rechten Seite
der Ventilatorhaube sitzt. Starterhebel mit
Segment, Starterrad, Antreiber und Rosettenzahnscheibe entsprechend
der Laufrichtung auswechseln. Starterhebel-Anschlagfeder mit
Verstärkung je nach Anschlag des Starterhebels links oder
rechts
anschrauben.
Ventilatorring so anschrauben, dass die holen Seiten der Schaufelrippen
in Laufrichtung liegen.
Unterbrechernocken je nach Laufrichtung im Magnetschwungrad
d.h.
auf Markierung "R" oder "L" setzten. Magnetschwungrad je nach
Laufrichtung mit der Keilnute "R" oder "L" aufschieben.
Zusatz zum ST 100: Der Unterbrechernocken wird nicht
verändert. Magnetring mittels 4 Stehbolzen und Druckplatte aus
dem Magnet- Schwungscheibengehäuse herausdrücken.
(Stehbolzen zur Wiedermontage dort belassen.) Bei Links- bzw.
Rechtslauf wird der zwischen den beiden rot markierten Magnetsteinen
eingeschraubte Stehbolzen in die entsprechende Bohrung des
Schwungscheibengehäuses "L" (links) oder "R" (rechts)
eingeführt. Anschließend wird der Magnetring mit dem
Magnetgehäuse zusammengepresst
Bei den Modellen ST 161, 201 und 281 ist folgendes anders: Die 4
Befestigungsschrauben der Unterbrechernabe herausschrauben und die
Unterbrechernabe soweit verdrehen, dass bei Linkslauf die Markierung
"L", bei Rechtslauf die Markierung "R" auf der Unterbrechernabe mit der
markierten Bohrung "RL" im Magnetgehäuse zur Deckung kommen.
Die
Unterbrechernabe wird mit den 4 Zylinderschrauben M 5x6 wieder
angeschraubt. Magnetgehäuse aufschieben, Starterritzel
anbringen
und befestigen. Zündeinstellung durchführen.
Fast
alle Nachkriegsstamos können auf den Betrieb mit
Petroleum oder Kerosin umgestellt werden. Obwohl dadurch der
Brennstoff- verbrauch steigt und die Leistung sinkt, konnte sich die
Umstellung damals lohnen, da das Petroleum/Kerosin billiger war (ist?)
wie Benzin. Hierzu einige Richtlinien:
a) Vorraussetzungen:
Bei der Arbeit müssen min. 40-50 % der Nennleistung des Motors
abgenommen werden. Motoren, die dauernd mit geringer Leistungs- abnahme
beansprucht werden, führen, wenn sie zu kalt werden, zu
Störungen.
b) Ausstattung:
Benötigt wird ein 2-Kammer-Tank, den entsprechenden Leitungen
und einem Dreiwegehahn. Der Vergaser braucht ein Ablasshahn,
der unterhalb der Schwimmerkammer sitzt und eine entsprechend
größere Bedüsung. Durch einen Zwischenring
zwischen Zylinder und Zylinderkopf wird die Verdichtung herabgesetzt
werden. Bei einer Verdichtung mit etwa 6:1, muss diese nun 5-5,3:1
betragen. Beim ST 50/75 wäre das von 7:1 auf 6:1. Der
Zwischenring
ist beim ST 50 1 mm, beim ST 75 1,5 mm dick. Beim ST 280 muss die
Vorzündung von 4-5 mm
auf 3-3,5 mm herabgesetzt werden.
c) Betrieb:
In die kleine Kammer des Brennstofftanks kommt das übliche
Benzin-Ölgemisch, in die große das Petroleum- oder
Kerosin-Ölgemisch im gleichen Mischungsverhältnis.
Gestartet wird mit Benzin. Nachdem der Motor etwa 3-5 Minuten
unter Belastung warmgefahren wurde, wird der Dreiwegehahn zum
Petroleum- oder Kerosinbehälter umgestellt.
Wird der kalte Motor wieder gestartet, muss der Ablasshahn am Vergaser
geöffnet werden, um das Petroleum/Kerosingemisch abzulassen.
Somit wird wird ereicht, dass das für das Starten notwenige
Benzin sofort in den Motor gelangt.
d) Bedüsung:
"D." Abkürzung für
Drosselklappenversion. Wegen Platzmangels und
Übersichtlichkeit werden nicht alle Einstellungen aufgelistet.
Soweit mir bekannt ist, kann auch der ST 101, 126, 151, 202 und 281
umgerüstet
werden.
Mit Nassluftfilter:
|
Stamo
|
50
|
50
D.
|
75
|
75
D.
|
100
|
100
D.
|
160**
|
161
D.
|
200**
|
201
D.
|
280
|
280
D.
|
360
|
400
|
|
Vergaser
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Sachs
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
|
Hauptdüse
|
86
|
85
|
84
|
85
|
65*
|
100
|
100/105
|
125
|
90/95
|
130
|
110/115
|
150
|
115/120
|
120
|
|
Nadel/Leerlaufd.
|
2,24
|
45
|
2,24
|
45
|
-
|
45
|
2,68
|
65
|
2,68
|
65
|
2,68
|
65
|
2,78
|
2,73
|
|
Nadelp./Luftschr.
|
4
|
1/2
|
2
|
1/2
|
-
|
1/2
|
4
|
1/4
|
4
|
1/4
|
4
|
1/4
|
4
|
3
|
*Für
neue Version mit 2,7 PS / **Für 22er Durchmesser
Mit Ölbadluftfilter:
|
Stamo
|
50
|
50
D.
|
75
|
75
D.
|
100
|
100
D.
|
160
|
161
D.
|
200
|
201
D.
|
280
|
280
D.
|
360
|
400
|
|
Vergaser
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
Bing
|
-
|
Bing
|
-
|
-
|
-
|
-
|
Bing
|
-
|
Bing
|
Bing
|
|
Hauptdüse
|
84
|
90
|
82
|
90
|
-
|
100
|
-
|
-
|
-
|
-
|
110/115
|
-
|
120/125
|
120
|
|
Nadel/Leerlaufd.
|
2,24
|
45
|
2,24
|
45
|
-
|
45
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-
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-
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-
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2,68
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2,78
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2,73
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Nadelp./Luftschr.
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2
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1/2
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2
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1/2
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-
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1/2
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-
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-
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4
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-
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4
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4
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Die
Vorkriegsmotoren können auch mit Petroleum betrieben werden.
Die
Abschnitte a-c bleiben bei diesen unverändert, lediglich der
Zwischenring
wird nicht gebraucht, da die Motorentypen 1-15 eine geringere
Verdichtung haben. Die dafür notwenige Bedüsung ist
mir zur Zeit nicht bekannt, daher fehlt hier die Tabelle.
Obwohl
es sehr viele Motoren gibt, ist die Ersatzteilversorgung eher schlecht.
Das gilt insbesondere für Motoranbauteile wie Auspuff,
Luftfilter und Tank. Solche Teile werden selten einzeln angeboten,
meißt muss ein Schlachtmotor als Ersatzteillager herhalten.
Aber es gibt auch verfügbare Normteile, wie Lager, Simmerringe
und typische Zündungsteile wie Kondensator und Kontakte. Bei
den Vorkriegsmotoren müssen die Stopfbuchsen dagegen durch
Simmerringe ersetzt werden (ggf. aufbohren), da es diese nicht mehr
gibt. Ähnlich sieht es mit den elektronischen
Zündungen
("Motoplat") aus, die z.B. im ST 251 verbaut sind. Die BING Vergaser
und dessen Einzelteile gibt es z.B.
bei Bernhardt Ritzerfeld (siehe Links).
Da viele Teile noch in heutigen Motoren, wie Rasenmäher und
Mopeds/Motorräder, in ähnlicher Form verbaut sind,
sind diese
Geschäfte/ Werkstätten noch immer gute Anlaufstellen
um
entsprechende Teile zu bekommen. Aber auch auf Teilemärkten,
oft
zusammen mit Oldtimertreffen, kann es die ein oder anderen Teile wie
Tankdeckel geben. Natürlich lohnt auch ein Blick in
Online-Auktionshäuser.
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